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©2020 Holger Honings

Lebensretter hängt im Schloss an der Wand

Christel Melis ist Standesbeamtin in Selm und hat es selbst erlebt - eine ältere Frau verlor bei einer Trauung am Schloss Cappenberg das Bewusstsein, musste ins Krankenhaus. Zum Glück kein Herzstillstand! Im Schlosspark Cappenberg sorgt für solche Fälle seit Donnerstag ein Laien-Defibrillator für mehr Sicherheit.


In Filmen sieht es immer so einfach aus - ein Stromschlag durchzuckt den Körper des Patienten und schon ist dieser wieder bei Bewusstsein. Im Leben abseits der schönen Filmwelt ist das Ergebnis einer Defibrillation oft weniger eindrucksvoll, aber dennoch von großer Bedeutung! Der Elektroschock startet das Herz sozusagen neu, kommt er schnell zum Einsatz, verbessert das die Überlebens-Chancen des Patienten. Im Schloss hängt der Lebensretter nun in einem kleinen grauen Kasten an der Wand vor dem Trauzimmer, die Familie Graf von Kanitz war von der Idee überzeugt und stellte den Platz zur Verfügung. Sponsoren stemmen die Finanzierung des Defibrillators für die nächsten drei Jahre. In Kürze sollen auch die Kirchengemeinde und das Café Kegelbahn einen Schlüssel zum Flur vor dem Trauzimmer erhalten und haben dann im Notfall auch Zugriff auf den Defibrillator. Berührungsängste sind fehl am Platz. "Keine Angst, das Gerät kann jeder Mensch auch ohne besondere Kenntnisse einsetzen", macht Holger Honings, Leiter Ausbildung beim Malteser Hilfsdienst in Dortmund Mut. Der Defibrillator gibt für jeden Schritt genaue Anweisungen und führt den Nutzer so bis zum Eintreffen der Profi-Retter durch die Wiederbelebung des Patienten.

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